Jesus

0112: Fürchtet euch nicht vor eurem Selbst!

Fürchtet euch nicht vor eurem Selbst!
Schämt euch nicht für eure Natur!

Begreift, dass ihr nicht Ausdruck des Fehlerhaften seid, sondern Ausdruck der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung!

Aber ihr könnt es nicht, ich weiß, natürlich weiß ich das!
Ich weiß, dass es so schwer zu akzeptieren ist:
So, wie ich heute bin, bin ich heute gut genug, um richtig zu sein.

Fehler ziehen böse Folgen nach sich.
Ja sicher: Fehler haben in der Welt Folgen.
Aber die Lösung liegt nicht darin, dass niemand Fehler macht.

Ihr müsst doch Fehler machen, es geht ja nicht anders!
Denn kein Mensch ist in der Lage, ALLES zu können.
Das soll gar nicht so sein, dass alle alles können.
Wäre es so, warum solltet ihr soziale Wesen geworden sein?

Dann wäret ihr als Einzelwesen im Kosmos konzipiert.
Das seid ihr aber nicht, ihr seid Gemeinschaftswesen.
Gemeinschaft setzt das ergänzende Zusammenwirken voraus.

Dazu ist aber NÖTIG, dass der eine kann, was der andere nicht kann.
Dass der eine hat, was der andere nicht hat.
DAS ist GEMEINSCHAFTSBILDEND!

Weit, weit davon entfernt ist das, was die Menschen glauben!

Schutzengelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Hildegard zu verbinden, Hildegard bittet um diesen Kontakt.

Ich gehe eine Gasse entlang: Sehr schmal, Kopfsteinpflaster, Häuser, in die kein Licht fallen kann. Aber es wirkt hier alles wie ausgestorben: so still und so leer!

Die Gasse mündet in einen größeren Platz. Häuser mit Arkadengängen, die Architektur erinnert mich etwas an das bayrische Innviertel. Aber diese Gebäude hier sind wesentlich größer.

Über allem ragt eine Kirche im gotischen Stil, deren Tür weit offen steht. Orgelmusik klingt heraus in diese unheimliche Stille der Stadt.

Auch hier auf dem Platz gibt es keine Zeichen von Leben. Nur in der Mitte steht ein Pferd, das offensichtlich eine Verletzung am Bein hat und damit kämpft, aufrecht zu bleiben. Um das Tier herum hat irgendjemand Heu gelegt, das Tier dann aber verlassen.

Es ist kalt, in der Luft liegt eine Ahnung von Schnee, obwohl der Himmel noch ganz klar ist. Es scheint Spätherbst zu sein, dem Stand der Sonne nach zu urteilen.

Ich weiß nicht, wie das hier weitergehen soll: Das einzige Lebenszeichen ist die Musik aus der Kirche. Also beschließe ich, da hinein zu gehen.

Das Kirchenschiff wirkt so verlassen wie alles andere, selbst der Altar ist nichts weiter als ein völlig abgeräumter Steinquader. An den Wänden deuten helle Flecken darauf hin, dass hier einmal Bildnisse hingen… aber nichts vom alten Inventar ist noch da, nur das Stuhlwerk.

Ganze vorne sitzt ein Mann, den Kopf in den Nacken gelegt, die Augen geschlossen hört der Musik zu.

Er trägt Uniform, eine graue Uniform. Ich denke, es ist eine deutsche Uniform, aber nicht aus dem letzten Weltkrieg, vermutlich aus dem Ersten?

Guide: Ja, Erster Weltkrieg, das ist hier ein ganz verlorener Ort irgendwo in Galizien… hier gibt’s nichts mehr, nicht einmal mehr Krieg. Alles vorbei…

Uta: Bist du der Guide von Hildegard?

Der Guide nickt: Friedrich, so hieß ich…

Aber Hildegard nannte mich Vater. Sie hieß übrigens damals unter andere Vornamen auch Hildegard.

Hm, hm, wir waren ein sehr kultiviertes Elternhaus. Alles war sehr, sehr kultiviert. Ach, tja… Aufgaben, die man meint, wahrnehmen zu müssen, selbst dann, wenn da irgendwas in einem sagt: Das ist falsch.

Während er das sagt, steht er auf. Er geht schwer, es ist, als wolle seine rechte Körperseite der linken nicht so recht folgen.

Friedrich: Ach das? Ach, habe ich das auch vitalisiert? Pardon, das war nicht meine Absicht (geht sofort „normal“). Ich hatte mir vor Verdun eine Kopfverletzung zugezogen, seither wackelte ich etwas.

Tja, Hildegard, das ist er nun, dein Guide! Ein wackeliger „Exheld“!
Unattraktiver Superman sucht Gelegenheit zum Einstellungsgespräch? (Lächelt und erst jetzt wird seine ganze Persönlichkeit deutlich: humorvoll, stark, klar.)

Nein… natürlich weiß ich, dass du weißt, dass ich nicht so ein Wrack bin, wie ich hier scheine! Natürlich weiß ich, WIE VIEL du schon verstanden hast von den Zusammenhängen… ja, ja, keine Frage.

Aber ich wollte es dir ZUMUTEN, zu verstehen, WER ich bin. Denn ich möchte mit dir über Stärke reden und Rechtschaffenheit, über den Wert des Denkens und den Wert des Fühlens und über PFLICHT!

Also: Du warst meine Tochter, ich dein Vater und zwischen uns war ein Band, ein zartblaues Band, würde ich sagen. Ein emotionales Band, leicht wie ein Wölkchen.

Von Anfang an habe ich das gewusst: Ich hielt diese Handvoll Mensch, die du warst, im Arm und wusste in mir um dieses Band.

Aber ich wusste auch, dass es reißen würde… Schmerz und Freude waren die ersten Gefühle, die ich spürte, als ich dich hielt.

Als deine Mutter mir sagte, dass wir so spät doch noch einmal ein Kind bekommen sollten, da wollte ich mich freuen, aber dann hätte ich glauben müssen, was meine Pflicht zu glauben war: Dass wir zu Weihnachten wieder zuhause sind.

Der Krieg war gerade erst ausgerufen worden, in der Stadt fanden fröhliche Aufmärsche statt. Deine drei ältesten Brüder hatten sich selbstverständlich freiwillig an die Front gemeldet.

Ich hatte meinen Einberufungsbescheid noch nicht in der Tasche. Als Reservist würde ich, wenn Weihnachten alles vorbei wäre, sicher gar nicht erst an die Front befohlen werden…

Und doch, ich wusste ja: DAS muss ich glauben. Aber ich tat es nicht.

Zu den Lebensumständen damals lass mich nur sagen: Wir besaßen einen Gutshof irgendwo da in dem Land, das die einen Deutsch nannten und die anderen Polnisch.

Seit Generationen waren wir da die „Herrenfamilie“. Deine Mutter und ich waren typische Vertreter dieses Standes: standesbewusst, preußisch, pflichtbewusst, gottesfürchtig, kaisertreu.

Wir hatten gelernt, dass die innere Ausrichtung an diese Werte die einzig Richtige war und wir hielten uns daran. Es gab durchaus Dinge und Ideen der Zeit, die hinterfragt werden durften, diese aber nicht, niemals, unter keinen Umständen!

An dem Tag, als du geboren wurdest, kamen zwei Briefe: Der Eine war die Nachricht, dass dein ältester Bruder gefallen war, die zweite Nachricht, dass ich meinen Dienst an der Front anzutreten habe.

Und da war er, der emotionale Konflikt, der mich von Stund an nie wieder verlassen würde: Auf der einen Seite dieses Band zwischen dir und mir, mächtig und fest.

Das emotionale Verstehen: Dieser Seele deiner Tochter bist du zutiefst verpflichtet! Der Verstand jedoch, der sagte: Jetzt erst recht hast du den Platz deines Sohnes einzunehmen, trittst du an seine Stelle, ihm zur Ehre!

Die Pflicht ruft. Ja, aber welche? Natürlich die einzig Wahre: die Ehrenpflicht des deutschen Mannes, ja selbstverständlich. Wie lächerlich, dies infrage zu stellen! Wie unwürdig!

Ich schämte mich sehr für meine Gefühle: Bei dir bleiben, dich hüten vor allen Gefahren des Weltlichen, wie konnte ich nur so fühlen?!

Millionen Väter weltweit verließen ihre Kinder, um der Pflicht zu dienen! Wie konnte ich nur daran zweifeln, dass dies recht sei?

Der Rest unserer „Geschichte“ ist schnell erzählt. Dreimal noch durfte ich dich erleben: immer, wenn ich Fronturlaub hatte. Beim letzten Mal warst du noch nicht ganz drei Jahre alt. Mit jedem Urlaub empfand ich das Band zu dir stärker. Mit jedem Abschied schmerzte es mich mehr, meinem Gefühl Zwang antun zu müssen.

Am Ende? Nun an meinem Ende war nichts sonderlich spektakulär: Ich starb hier in dieser Galizischen Stadt. Meine Aufgabe bestand darin, eine deutsche Bürgerwehr zu halten, die es gar nicht mehr gab. Die Deutschen hatten die Stadt geräumt, einfach so ohne Erlaubnis.

Es blieb Stavros, der Organist, der geduldig IRGENDEINER Befreiung – durch wen auch immer – entgegensah.

Und ich? Mag sein, dass es hier und da noch Deutsche gab in den Kellern ihrer Häuser oder versteckt auf den Dachspeichern, ich sah sie nicht.

Die Polen hielten sich zurück, warteten – ehe sie etwas riskierten – klugerweise erst einmal ab, wer hier ins Städtchen einmarschieren würde. Dass es die Deutschen nicht sein würden, war sowieso klar.

Ich bin da hinaus gegangen auf den Platz, als Stavros aufhörte, zu spielen. In mein Büro wollte ich, Stadtkommandantur stand auf dem Schild da. Der Schuss traf mich von hinten in dem Moment, in dem ich auf den sonnigsten Teil des Platzes zuschritt. Das war ganz einfach, ganz leicht.

Aber was DANN folgte, war es nicht. Denn ich wurde klar, ich wurde hell. Es ist nicht nur so, dass Menschen, die sterben, ins Licht gehen. Sie werden auch licht, hell, ihr Bewusstsein wird hell. So hell, wie sie in der Lage sind, das Licht zu ertragen.

Und ich sah es klar: Ich hatte meine Pflicht versäumt! Ich hatte die wichtigste, ja die einzige aller Pflichten versäumt: Meinem Selbst, in dem meine innerste Wahrheit lebte, zu folgen!

Und so hatte ich mich versäumt und damit Gottes Schöpfungskraft keinen Raum zur Realisierung gegeben.

Du magst sagen: Nun ja, das war doch ein millionenfaches Schicksal…

Das ist wahr, aber das macht es gar nicht besser.

Ich wusste lange vor Ausbruch des Krieges, dass er kommen würde und dass er furchtbar würde. Die Möglichkeit, auszuwandern, kam mir wieder und wieder in den Sinn.

In mir war eine tiefe Sehnsucht, all den Ballast der Generationen von Gutsbesitzern vor mir hinter mich zu bringen, ganz neu anzufangen in einem ganz neuen Land: vielleicht nach Argentinien zu gehen oder nach Afrika. Wieder und wieder war ich ganz knapp davor. Zufällig bot sich die Chance dazu, das ganz realistisch anzupacken. Aber mein Verstand erlaubte solche Pflichtvergessenheit nicht.

Mein Leben lang hatte ich mich für einen gottesfürchtigen Mann gehalten und das war buchstäblich wahr.

Ich hielt Gott für jemanden, dessen Strafe so zu fürchten war wie die meines leiblichen Vaters, als ich ein Kind war. Und ich benahm mich wie ein verängstigtes Kind: Alles, was ich wollte, wünschte, ersehnte, galt mir als sündig.
Während mir alles, was ich emotional als zwingend, drückend und schmerzhaft empfand, für heilig hielt.

So „huldigte“ ich niemals Gott, sondern dem Schmerz, der kommt, wenn ich nicht lebe, was sich gut anfühlt!

Verrückt, nicht wahr, Hildegard? Hm? So verrückt war ich!

Aber du hast recht: nicht nur ich, nein, nein…

Nein… man könnte versucht sein, zu sagen: Diese Art des Wahnsinns wäre mit meiner Generation ausgestorben.
Jedoch dem ist nicht so! Ganz und gar nicht.

Immer noch, vielleicht sogar noch mehr huldigen Menschen einem Gott, dessen Zorn sie fürchten, sobald sie wahrhaftig werden, sobald sie sie selbst sind. Sie tragen eiserne Masken – mit Nägeln ins Gesicht gehämmert – und fürchten den Anblick ihres wahren Selbstes.

Weil sie von ebenso Verrückten – wie sie selbst es sind – zu lernen haben, was „Sünde“ ist und was nicht.

Die ganze Welt – von Generation zu Generation, eine Konfession wie die andere, eine Nation wie die andere – ist durchdrungen vom Wahn der Selbstbeschuldigung!

Nichts, nichts, nichts, was Natur ist, ist RICHTIG.

Natur ist im Gegenteil gefährlich, sündig.

Aber Gott ist der Ursprung der NATÜRLICHEN Wesen. Es ist ja gerade ihre NATUR, die sie als Teil seines Schöpfungsplanes macht.

Wie kann das SÜNDE sein, wie kann es gottgefällige Pflicht sein, dem Natürlichen in sich zu widersprechen?

Was ist nötig für diesen Wahn? Glaube! Der Glaube daran, dass alles natürliche Empfinden böse ist und gestraft wird.

ANGST regiert die Welt!

Nicht Liebe, denn der macht keiner Platz. Aber wo Angst ist, ist Liebe fern.

Ich wurde hell und ich sah: Wenn ich dem natürlichen Empfinden vertraut hätte, wäre ich mit euch ausgewandert. Du wärest in einem Land weit entfernt von Kriegen erwachsen geworden, ich hätte viel Lebenszeit gehabt, unser Band zu leben.

Alles wäre bereit gewesen dafür. Aber meine Angst, dann falsch vor Gottes Angesicht zu sein, hielt mich ab.

Ich liebte Gott nicht, ich fürchtete ihn! Gott war mir niemals Liebe, sondern unbarmherzige Grausamkeit!

Hildegard, die Angst, dem eigenen Ursprung nie gut genug zu sein, die Angst, nicht ausreichend zu sein, beschämt und verängstigt die Menschheit.

Deshalb können die wenigen, die weder diese Angst tragen noch diese Beschämung – weil sie Gott als über sich stehend ablehnen – die ganze Menschheit beherrschen.

Sie sind Getriebene der Herrschsucht und sind doch auch nur Ängstliche. Denn selbst sie ahnen, dass sie nie GENUG groß, mächtig, weise sein werden, um unbeschämt zu sein…

Welch ein Drama!

Was ich über die Menschheit sage, was ich über meine damalige Existenz sage, mein Liebstes, das sage ich auch dir: Fürchtet euch nicht vor eurem Selbst! Schämt euch nicht für eure Natur!

Begreift, dass ihr nicht Ausdruck des Fehlerhaften seid, sondern Ausdruck der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung!

Aber ihr könnt es nicht, ich weiß, natürlich weiß ich das! Ich weiß, dass es so schwer zu akzeptieren ist: So, wie ich heute bin, bin ich heute gut genug, um richtig zu sein.

Fehler ziehen böse Folgen nach sich, ja sicher… Fehler haben in der Welt Folgen. Aber die Lösung liegt nicht darin, dass niemand Fehler macht.

Ihr müsst doch Fehler machen, es geht ja nicht anders! Denn kein Mensch ist in der Lage, ALLES zu können. Das soll gar nicht so sein, dass alle alles können. Wäre es so, warum solltet ihr soziale Wesen geworden sein?

Dann wäret ihr als Einzelwesen im Kosmos konzipiert. Das seid ihr aber nicht, ihr seid Gemeinschaftswesen. Gemeinschaft setzt das ergänzende Zusammenwirken voraus.

Dazu ist aber NÖTIG, dass der eine kann, was der andere nicht kann, dass der eine hat, was der andere nicht hat. DAS ist GEMEINSCHAFTSBILDEND!

Weit, weit davon entfernt das, was die Menschen glauben!

Pflicht ist: ABSOLUTE Fehlerfreiheit! Wer sie nicht erreicht, muss opfern! Um den zornigen, frustrierten Gott zu besänftigen.

Wie ich schon sagte: So schauen kleine Kinder zu ihren Eltern!

Deshalb seid ihr Kinder Gottes: Nicht weil ihr zu falsch seid, um „es hinzukriegen, Lebens berechtigt zu sein“, sondern weil ihr noch nicht annehmen könnt, dass Gott euch MIT euren Defiziten in eben das Leben gerufen hat.

Ach, ein Buch könnte ich dir darüber schreiben, Hildegard! Aber das führt hier zu weit.

Hildegard, ich appelliere an dich: Hinterfrage deine Sinnfindungspraxis, hinterfrage dein Bild vom „Göttlichen“, hinterfrage deinen Sinn.

Es geht nicht darum, optimale Ergebnisse zu „liefern“. Es geht darum, du selbst zu sein.

Nein, es geht auch nicht darum, den „richtigen“ Platz dafür zu finden. Sondern darum, JEDEN Tag, jede Stunde dir bewusst zu sein, dass JETZT der richtige Platz ist, um du SELBST zu sein.

Unser gemeinsames Leben hier stand unter dem Schatten der Angst. Liebe ist unser Band, sehr häufig war das so.

Was uns verbindet, ist, dass wir beide Wahrheitssucher sind. Tiefer, tiefer, tiefer wollen wir verstehen.

Warum? Weil wir Priesterseelen sind, Verbinder zwischen „Du Gott“ und „Wir Menschen“.

Das ist, was du spürst, was frei werden soll. Aber wie sollst du verbinden, was dich selbst zerreißt?

Nun ja, die Hildegard, die meine Tochter war, hat das nicht schaffen können. Sie war „ganz der Vater“, pflichterfüllt bis zum letzten Atemzug.

Sie hatte keine Ahnung, dass die einzige Pflicht, die sie hat, die ist, sie selbst zu sein: Einheit zu schaffen mit ihren Gefühlen / Gedanken / Bedürfnissen / Möglichkeiten / Körperlichkeit / Geistigkeit.

Es gilt, Abschied zu nehmen vom ewig dualen Denken und sich neu zu orientieren zum ergänzenden Denken hin.

Viel, viel, viel gibt es da zu lernen, bis es hell wird.

Ich muss aufhören, zu predigen, ich weiß ja.

Aber ich möchte sagen: Ich bin sehr, sehr glücklich, dein Guide zu sein. Ich bedanke mich für all die Möglichkeiten, die du mir lässt, dich inspirieren zu dürfen, obwohl du doch so viel Angst davor hast, „Falsch“ zu sein und „Falsches“ zu machen.

Das ist wirklich sehr mutig von dir. Ich weiß, wie schwer es dir fällt, an deine wahren Gefühle zu geraten. Welche Angst es dir macht, sie irgendwie nicht beherrschen zu können und dann ganz und gar Falsch zu sein.

Und doch lässt du es zu, dass sie sein dürfen und gibst mir so die Möglichkeit, dir zu zeigen, WIE wichtig deine Emotionalität ist.

Dennoch, es wird wichtig bleiben, Verstand und Emotion nicht als getrennte Pole wahrzunehmen, sondern als die zwei Pferde, die den Wagen deines Seins ziehen. Wer aber hält die Zügel?

Dein Selbst, dein ewiges ICH BIN, das MUSS die Zügel halten und tut es noch nicht. Meistens gibt die Richtung der Verstand vor, sogar dann, wenn du meinst, hoch emotional zu sein. Aber das sind Emotionen, die dein Verstand durch sein Denken verursacht hat.

Es sind nicht deine tiefen, wahren Emotionen.

Du hast gehört: Da, wo die Angst ist, da geht es lang. Das ist FALSCH!

Da, wo Freude ist, liebevolle Solidarität, herzerfüllendes Engagement, DA geht es lang! Und das sind alles Emotionen aus den Tiefen deines Selbstes heraus.

Das GANZE Herz ist dabei! Das ist der richtige Platz, der richtige Moment, das rechte Sein.

Danke, meine Liebe, du musstest sehr geduldig zuhören.

Uta: Darf ich jetzt Bettinas Fragen stellen, die sind recht umfangreich. Unterbrich mich bitte, wenn du etwas zu einem bestimmten Teilaspekt sagen möchtest.

Friedrich: Gerne.

Uta: Hildegard fragt, was es zu bedeuten hat, dass sie sich einbildet, noch reich und berühmt werden zu müssen und „jemand“ zu werden mit „richtigem“ Beruf und Einkommen. Sie hat den Verdacht: Wenn das so wäre, das wüsste sie doch, was das ist.

Friedrich: Hildegard, deine emotionale Basisbedürftigkeit hat den Schwerpunkt: Sicherheit zu finden, Sicherheit durch Integrierung. Das erfordert ein hohes Maß an Anpassung an die Urteile der dich umgebenden Gesellschaft, von deren Zustimmung du gefühlt abhängig zu sein scheinst. Dieses Gefühl gehört in andere Inkarnationen, in denen dies tatsächlich so war.

Ich möchte hier nur zwei Varianten nennen: Inkarnationen in Glaubenszusammenschlüssen und solche in Herrschaftskasten. In beiden warst du Vertreter einer Macht ÜBER andere.
Und diese Macht war daran gekoppelt, dass du die Werte dieser Macht entsprechend den Richtlinien absolut gelebt hast.

Verstöße dagegen waren Todesurteile! Individualität durfte nicht entfaltet werden, geschweige denn gelebt.

So hast du karmische Fehlwahrnehmungen als Selbst aufgenommen, die korrigiert werden müssen.

Du „glaubst“, dass der ZEITGEIST recht hat, VERMAGST dem aber nicht zu folgen.

Du „GLAUBST“, dass es UNBEDINGT das Einzige ist, was zählen KANN, was den WERT eines Menschen ausmacht und wodurch er geschützt ist, wenn du den Kriterien dieses Zeitgeistes entsprichst: reich, berühmt, bedeutend sein zu müssen.

Es ist schwer für dich, aber Aufgabe ist, zwischen deinem EIGENEN WAHR und dem des Zeitgeistes oder der Gruppe, in die du meinst, dich integrieren zu müssen, zu unterscheiden.

Aber gerade das ist absolut wichtig! Es ist eben die Frage: WAS ist deine PFLICHT!? Welchem ZIEL bist du verpflichtet? WANN bist du genug RICHTIG?

Uta: Andererseits hat sie den Verdacht, dass sie einfach zu faul ist.

Friedrich: Ja, auch das ist Zeitgeist: Wer WILL, der schafft alles, was er WILL.

Zu faul zu sein, ist typisch als Urteil über die „Versager“, denen versagt wird, was doch so “ehrenwert“ ist.

Realistisch ist daran einfach GAR NICHTS!

Ehr – würdig – der Ehre, zu leben, würdig zu sein – ist GAR NICHTS, was ein Mensch sich erarbeiten, erkaufen oder dem er opfern kann, er hat es von Geburt an: JEDER!

Eine Gemeinschaft, die das OPFER der Selbstverleugnung fordert, um zu würdigen, was ist das eigentlich für eine Gesellschaft? Eine, die schützt?

Ja? Wen? Was? Denk nach!

Ein Teil dieser Einstellung hat dein Selbst in anderen Inkarnationen aufgenommen. Dein Selbst spürt, dass es „falsch“ ist, IRGENDWAS damit ist falsch… aber WAS? Das herauszufinden, hast du vorgehabt, als du inkarniert bist.

Uta: Sie fragt, was ihr offizieller Beruf in diesem Leben ist? Gibt es überhaupt einen?

Friedrich: Wieder Zeitgeist: Beruf, der Berufung ist, das wenigstens MUSS doch sein!

Leben wird nur wert – voll, wenn ein Beruf / eine Berufung ausgeübt wird! Zeitgeist! Inkarnationsschäden sind die Ursache.

An keiner Stelle fühlt sich das WAHR für dich an.
Aber der Verstand MEINT! und findet Gründe, warum du nicht fühlen DARFST, dass du frei von solchen Zwängen bist.

In seiner Berufung ist JEDER, der das ins Leben hineinwirkt, wozu er in seiner Einzigartigkeit in der Lage ist: Körperlich, geistig, emotional und gemessen am Umfeld, in das er inkarniert ist.

Uta: Sie fragt, ob sie ein Gepäck von ihrer Familie hat, das unheilsam / nicht meins ist und das sie ablegen kann?

Friedrich: Ja! Das ist der UNMUT darüber, zu leben, wenn es doch eine so fehlerhafte Angelegenheit ist, dies zu tun! Der Unmut über die Fehler der Anderen ganz besonders…

Egal, was man auch tut: ES reicht nie, um ES so zu wirken, wie es zu sein hat!

Uta: Sie hätte gerne einen eigenen Laden, du weißt, welche Richtung. Ist das von ihren Ahnen und gar nicht ihrs? Oder ist es ihrs und sie muss sich nur trauen?

Friedrich: Diese Sehnsucht ist deins, Hildegard…

Aber was hindert dich WIRKLICH? DA sind deine Ahnen zu suchen!
Wie führt man ein Geschäft, wenn man gezwungen ist, unmutig zu sein? Der Fehlschlag ist ja vorprogrammiert. Ahnenerbe UND Inkarnationserfahrungen lassen Freude und Erfolg in diesem Rahmen gar nicht zu.

Uta: Es folgt eine lange, bewegende Auflistung, wie sehr Hildegard unter der misslichen Lage der Welt leidet, beziehungsweise unter den negativen Entwicklungsweg, den die Menschheit geht und ihre Hoffnungslosigkeit, sich selbst nicht an dieser Art des Seins zu beteiligen.

Sie schreibt, sie möchte die Welt verbessern, alles „richtig“ machen und alle anderen sollen das auch. Es ist so schlimm geworden auf der Erde.

Friedrich: Hildegard? Wer die WELT verändern wird, wird in Verhältnisse geboren, die ihn dazu befähigen… das bist du ganz eindeutig nicht!

Nein? WIRKLICH? Doch! Aber in einem sehr geringen Maßstab.
Und DEN zu akzeptieren, verbieten dir die Ahnen!

Du könntest lebensfreudig werden darüber!
Das geht doch aber gar nicht!

Fülle DEINE Rahmen aus!
Bedenke, dass nicht NUR TUN wirkt, sondern auch BEWUSSTSEIN!
Dein Bewusstsein wirkt ins kollektive Bewusstsein, wie umgekehrt dieses in deins wirkt.

Solange du aber nur das, was schlecht ist – schlechte Menschen, gierige Menschen, dumme Menschen als DIE DA – suchst, bewirkst du nur Widerstand, verstärkt deine Einstellung das Gegeneinander statt das Miteinander.

Solange du JETZT gleich Veränderung SEHEN willst, gerätst du in Unmut. Der Mut verlässt dich gänzlich, selbst KLEINES wirken zu wollen.

Der Weltuntergang wird imaginiert und imaginiert… aber NICHT mehr liebevolles, wertschätzendes Miteinander.
Der Zeitgeist gewinnt immer!

Ist das so?

Es ist Ausdruck deiner Seele, die sehr viel Freude an allem haben kann, was vortrefflich ist, wenn du dir eine Welt wünschst, in der es für jeden Menschen, jedes Tier, jedes Lebewesen schön ist, zu leben.

Das ist gut, das ist auch Gottes Ziel mit der Welt! Da bist du absolut im Einklang mit ihm.

Aber solange du dich an der „Sündhaftigkeit“ der Menschen festhältst, wird das nur frustrierende Erfahrungen nach sich ziehen.

Die Menschen sind auf dem Entfaltungsweg… sie sind noch längst nicht so weit!

Deine Einstellung ist – übertrieben formuliert – etwa so, als hätte ich, als deine Mutter dich in meine Arme legte, gesagt: Was?! Das soll ein Mensch sein?! Kann nicht laufen, nicht sprechen, nicht zuhören und ich wette, sehen kann das Ding hier auch nicht! Weg damit!

Wie schön, dass zumindest das Gottesbewusstsein sich nicht durch solch vorschnelle Beurteilungen hinsichtlich der Menschheit irritieren lässt. (Lächelt.)

Die erste „Welt“, Hildegard, die in eine gute Ordnung gebracht werden sollte: Du!

Die zweite „Welt“? Alle, die du GERNE begleiten magst, aus tiefstem Herzen befreien magst durch die Freiheit, die du selbst erfahren hast.

Hm, hm, es geht gar nicht darum, Menschen zu korrigieren. Es geht darum, das zu fördern, was gut in ihnen IST und nur trainiert werden muss oder befreit.

Uta: Sie fragt nach Ausbildungswegen…Techniken.

Friedrich: Das Stichwort ist: Befreien, was da ist, aber nicht gelebt und nicht geachtet wird.

Uta: Befreien von was?

Friedrich: Von der Angst und der Scham.

Uta: Was ist ihr Krafttier?

Friedrich: Der Adler.

Uta: Was ist ihre Seelenfamilie?

Friedrich: Wie ich schon sagte: Priester / Verbinder.

Uta: Vielen Dank, Friedrich, Ich hoffe, dass Hildegard aus diesem Reading viel Nutzen ziehen kann…

Friedrich: Wenn sie nur begreifen könnte, dass es dieses Mal NICHT darum geht, „RICHTIG“ zu sein, sondern „FREI“ zu sein!

Ich würde gerne weiter mit ihr daran arbeiten.

Angst und Scham: Schreckliche Dämonen im Bewusstsein guter Menschen, nicht wahr? So viel Kampf aus Angst, aus Scham…

So wenig Leichtigkeit deswegen.

Was gäbe ich darum, würde das ein Ende nehmen!

Danke, Uta!