Zeitgeist

0115: Die Angst, ein Versager zu sein.

Die Angst, ein Versager zu sein.

Deine größte Angst ist, dich selbst verurteilen zu müssen,
selbst sagen zu müssen:

„Ich bin ein Versager.“
Das ist eine schreckliche Angst.
Wie kann, wie kann denn ein Teil Gottes ein Versager sein?
Sag mir das.

Indem er das Leben, das er lebt, nicht liebt?
Dann ja.

Elia

 

Zu Gast ist Agnes.

Elia: Gut. Deine Frage?

Agnes: Es geht darum: Warum habe ich so viele Probleme auf dem Weg, auf dem jetzigen Weg. Diese Atemprobleme, die ich habe.

Elia: Es ist, als würdest du ersticken, nicht wahr?

Agnes: Ja.

Elia: Auch hier liegt die Ursache nicht im Bewussten. Und die Ursache ist auch nicht, dass du dein Ziel nicht erreichen möchtest. Du willst dein Ziel erreichen.

Du hast dich inzwischen lieb genug, um dieses Ziel erreichen zu wollen.

Natürlich hast du auch Angst, nicht gut genug zu sein. Natürlich hast du Angst vor der Prüfung.

Und natürlich hast du Angst, dich in dem Beruf nicht bewähren zu können.

Aber darüber hinaus ist deine größte Angst die davor, dich selbst zu verurteilen, selbst sagen zu müssen: „Ich bin ein Versager.“

Das ist eine schreckliche Angst.

Wie kann, wie kann ein Teil Gottes ein Versager sein? Sag mir das.

Indem er das Leben, das er lebt, nicht liebt? Dann ja.

Agnes: Ab und zu denke ich, es wäre schön, wenn es vorbei wäre.

Elia: Ja, ja, weil es anstrengend ist. Aber du liebst es ja doch.

Agnes: Ist es deswegen, dass ich keine Luft bekomme und ich das Gefühl habe, ich komme nie an das Ziel?

Elia: Ja. Angst ist nicht in der Liebe. Darf ich dir einen Trick auf den Weg mitgeben?

Agnes: Ja, bitte!

Elia: Ein Trick, der eine tiefe Wahrheit ist: Du machst die Prüfung nicht für dich.

Du machst das auch nicht, um jemand anderem etwas zu beweisen.

Du machst es, weil es nötig ist, weil du gebraucht wirst. Nichts weiter!

Weil du gebraucht wirst: Du machst das für Andere. Du machst das für Andere, die schwächer sind als du, die allein sind.

Agnes: Die Vorstellung entlastet sehr.

Elia: Es ist die Wahrheit. Dir als Seele ist es ziemlich gleich.

Wenn es nach dir ginge: Du würdest am liebsten fliegen, auf und davon.

Deine Verträge sind leider andere: Du hast anderen Seelen die Möglichkeit geschenkt, dir begegnen zu dürfen. Ja?!

Agnes: Ja.

Elia: Deshalb tu es nicht für dich. Denk daran: Du tust es für andere! Ich kann dir nicht sagen, ob du die Prüfung gleich bestehst, das weiß ich nicht. Vielleicht.

Vielleicht musst du auch noch weiterkämpfen. Ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich: Du hast Verträge mit anderen Seelen, dass du ihnen hilfst.

Ich weiß nicht, in welchem Beruf genau. Ich weiß nicht, mit welchem Verfahren exakt. Da sind Optionen offen. Es spielt mir keine Rolle. Und deiner Seele auch nicht.

Aber es spielt eine Rolle, dass du da sein wirst für jene, mit denen du dich verabredet hast, ihnen ein Wegweiser zu sein. Wird dir das reichen, um deine Sprache zurück zu finden?

Agnes: Ich glaube schon.

Elia: Du brauchst nicht daran zu ersticken.

Agnes: Ich rede nämlich sehr gerne.

Elia: Ja, und sehr schön! Hast du deine Stimme schon einmal auf einem dieser Tonträger gehört?

Agnes: Nicht bewusst.

Elia: Würdest du es einmal tun?

Agnes: Was soll ich tun?

Elia: Dir zuhören! Stell dir vor, du hättest fremde Ohren und du wärest jemand, der einen Satz des Trostes braucht. Würdest du dich nicht freuen über diese Stimme?

Agnes: Die Stimme ist eine so fremde, ich kenne sie überhaupt gar nicht!

Elia: Hör sie dir an!

Agnes: Okay.

Elia: Hat sie nicht eine schöne Stimme?

Hajo: Ja.

Elia: Ja. Siehst du? Auch das ein Werkzeug: eine Stimme als Werkzeug.

Agnes, jede Gabe, die wir haben und die wir im Bewusstsein unseres Mitmenschlich seins einsetzen, ist ein Teil Gott, ist ein Teil Schöpfung.

Da, wo viel Kraft, Liebe und Hilfe an der Schöpfung zu erwarten ist, da ist auch das Gegenteil im Wirken.

Ihr seid in einer dualen Welt. Wärest du nichts als jemand, der nur für sich selber lebt, du hättest keine Hindernisse.

„Die Welt hat das Ihre lieb.“

Das ist ein Satz der Bibel, es bedeutet: Das Destruktive fördert das Destruktive. Das Konstruktive überwindet durch Mitgefühl!

Durch dich wird Gott lebendig für andere Seelen.

In dem Maß, wie es dir gegeben ist, so, wie du es kannst: erst sehr klein und dann mehr und mehr. Es ist einfach.

Aber Angst, dir Angst machen, das ist eine Möglichkeit, dieses Konstruktive zu verhindern.

Und natürlich, natürlich setzen diese Kräfte da ein, wo es sich besonders lohnt.

Dich zu verhindern in deiner Art, ist ein Weg, die Schöpfung zu verhindern. In diesem kleinen Teil, für den du zuständig bist.

Aber du willst ja nicht! Du willst ja ein sattes Leben haben.

Agnes: Ist auch richtig so!

Elia: So ist das! Ich möchte jetzt gerne diesen Abend beschließen.

Eines zum Abschied.

Agnes, wenn du deine Angst einfach vergisst, weil du Wichtigeres zu tun hast, weil du Mitgefühl hast und Geduld.

Oder auch nur, weil du interessant und spannend findest, was man dir sagt.

Wenn du deine Angst vergisst, dann ist allein deine Gegenwart – nur dein Da sein – eine Hilfe für die Menschen, die mit dir zu tun haben.

Da ist viel Größe in dir!

Und es sind jene, die sich selbst als besonders klein empfinden, die es einfach versuchen müssen, dich in die Angst zu bekommen!

Du stößt nicht auf Abwehr, weil du so falsch, ungeschickt oder verschlossen bist.

Sondern weil es vielleicht nicht auszuhalten wäre, jemanden wie dich zu erleben, der so viel Mitgefühl hat.

Auf Wiedersehen, Agnes!