Die Welt

0426: Die Welt ist wenig paradiesisch…

Die Welt ist wenig paradiesisch,
die Welt ist voller Unfrieden und Ungerechtigkeit.

Sie ist, wie der Mensch ist.

Aber es wäre falsch geurteilt,
würde man nur darauf schauen.
Sondern sie gibt auch Fülle, Liebe, Geborgenheit.
Sie gibt euch auch die Möglichkeit, zu wachsen
und immer mehr zu werden, was in euch ist.
Und so mag dieses Wochenende
unter der Überschrift stehen:
„Nun danket alle Gott!“

Elia

Zu Gast ist Frieda.

Elia: guten Abend, liebe Freunde.

Hajo: guten Abend, Elia.
Frieda: guten Abend.

E: Ich hoffe, dies wird ein Wochenende des Erntedanks. Danken für das, was man ernten darf, das ist die richtige Vorbereitung auf den Winter.
Wir schauen zurück. Wir schauen auf die Früchte unseres Lebens und stellen fest, wir dürfen danke sagen.

Wer das Alter in Weisheit erfährt, der bringt diesen Dank mit.
Wer diesen Dank nicht nachvollziehen kann, der wird im Herzen arm Alt sein. Das sind jene, die bitter sind, das sind jene, die das Leben verfluchen und oft sich selbst mit.
Das Zurückschauen gehört an die Schwelle des Alters – wie das Erntedankfest an die Schwelle des Winters gehört.
Wer Resümee zieht und dabei nicht den Blick auf die eigenen Fehler, die eigenen Unzulänglichkeiten richtet, wer nicht darauf schaut, was das Leben ihm verweigerte, sondern wer darauf schaut, was es ihm geschenkt hat, der geht mit einer großen Fülle in die winterliche Zeit, der wird satt sein bis ans Ende seiner Tage.

Nicht vielen Menschen ist es ein Anliegen, in ihrem Leben diese Phase überhaupt zu erreichen. Viele Seelen gehen, ehe sie ihren Erntedank bewusst feiern konnten.
Und sie erfahren es im Jenseits.
Sie erleben dort, dass auch sie zu danken haben.
Sie erleben dort, dass auch sie Fülle erleben durften.

Es ist richtig: Dein Mann ist ein mutiger Mann, der sich nicht darum schert, wie andere ihn beurteilen. Aber darum, wie er sich selbst zu beurteilen hat, daran ist ihm gelegen. Und er hat intensiv und grundehrlich darauf geschaut: Was habe ich wo und bei wem bewirkt?
Und er hat sich nicht gescheut, auch dahin zu schauen, wo er Dinge bewirkte, die schmerzhaft waren und sind. Denn das weißt du: Sich selbst zu verbessern, ist ihm stets ein Anliegen.

Doch nun möchte er auch auf das schauen dürfen, was er mit ganzem Dank annehmen kann und dazu braucht er dich: auf euer gemeinsames Erntedankfest. „Ich habe zu danken“, so möchte seine Seele sagen. Und es ist wichtig, dass ihr diesen Schritt gemeinsam tut. Kannst du verstehen, was ich meine?

F: ja.

E: Die Welt ist wenig paradiesisch. Sie ist voller Unfrieden und Ungerechtigkeit. Sie ist, wie der Mensch ist.
Aber es wäre falsch geurteilt, würde man nur darauf schauen. Sondern sie gibt auch Fülle, Liebe, Geborgenheit. Sie gibt euch auch die Möglichkeit, zu wachsen und immer mehr zu werden, was in euch ist.
Und so mag dieses Wochenende unter der Überschrift stehen: „Nun danket alle Gott!“
Zu diesem Gefühl, bei allem Schmerz, bei allem Leid, bei aller Anstrengung, doch beschützt worden zu sein, möchten wir dir anbieten, dein weiteres Leben zu gehen. Zu sehen, was überwunden wurde, zu sehen, was geschenkt wurde, zu sehen, was du selbst geschenkt hast.
Es ist nicht gut Winter werden, ohne diese Ernte einzufahren. Und es ist uns wie auch deinem Mann ein tiefes Anliegen dies tun zu dürfen.
Ich hoffe, du nimmst dies von uns an.

F: ja.

E: Dann stell mir jetzt bitte deine Frage.

F: Ja, die ist ja auch schon fast wieder beantwortet worden. Was mich interessiert: Wie die Seelen, wenn sie getrennt sind … oder ob sie die Erfahrungen, die sie im Leben gemacht haben, wieder im Leben gemeinsam vereinen, wenn sie zusammenschließen?

E: ja, und zwar jeder aus seiner Perspektive heraus. Ihr werdet sehr bewusst wahrnehmen, dass der Andere für ihn lebt und Teile der Persönlichkeitsentwicklung übernahm, die ihm selbst zu schwierig waren.
Ihr werdet erkennen, dass das, was dem jeweils einem fehlte, im anderen lag. Aber ihr werdet auch erkennen, dass ihr stets bei allen Differenzen doch ein gleiches Ziel habt:
Ihr beide wolltet in dieser Welt etwas bewegen.
Ihr beide wolltet euch in dieser Welt bewähren.
Und ihr beide wolltet von Beginn an – ich nenne es einmal – „dem Jammertal der Vorfahren“ entwachsen.
Ihr wolltet nicht jammern – ihr wolltet tun.
Ihr wolltet die Welt nicht mehr als etwas akzeptieren, dass man zu ertragen hat – sondern als etwas, das man prägen kann.

Durch eure unterschiedliche Betrachtungsweise habt ergänzend gewirkt.
Nun ist es Zeit, diese Erfahrung in das Wissen darum, dass ihr viel weiter gewachsen seid, als ihr erwartet habt, hineinzugehen.

„Wir haben verändert. Wir haben aus den Anfängen, in denen wir ein Leben, das selbstbestimmt ist, noch nicht kannten, eines geschaffen, dem wir eine Prägung aufgesetzt haben.
Wir sind weit mehr als Opfer eines Schicksals – sondern wir haben in uns die Kraft zu gestalten.“

Das ist für eure Seele eine sehr wichtige Erfahrung und das bleibt es auch. Jeder freilich aus seiner Perspektive heraus und jeder nach seinem Temperament.

Du wirst nicht erleben, dass dein Seelenpartner jemals eine Seele wird, die dem Leben in spielerischer Weise begegnet. Er wird immer jemand sein, der versucht, zu kalkulieren und zu berechnen. Er wird immer jemand sein, der versucht, in der Tiefe zu verstehen und der in analytischer Weise auch an die spirituellsten Themen herangeht.

Man könnte auch sagen, er ist die Kopfseele und du die Herzseele. Das bedeutet nicht, dass du kein Kopf hast und er kein Herz, sondern es setzt die Schwerpunkte klar.
Und immer auch wird er der männliche Teil sein und du der weibliche; immer auch wird er der König und du die Königin sein, zumindest über euer Leben.

Dies als eine Herausforderung zu betrachten, die euch in eurer Fähigkeit aktiv zu sein, Marken zu setzen, Anstöße zu geben, bestärkt und fördert, dies war der Sinn eurer gemeinsamen Inkarnation.

Ihr habt Leben hinter euch, in denen ihr mehr oder weniger die Opfer der Umstände wart. Und ihr habt als Seele das Gefühl in euch gehabt, dass dies sich ändern muss, dass ihr in eure Kraft und auch in eure Möglichkeit zur Macht kommt.
Das eine war die Agierende, das andere war die Macht der Frau, Beraterin und Mutter. Auch Frauen haben Macht, wenn auch auf einem vielleicht anderen Gebiet. Auch das ist wichtig. In jedem Fall aber planend handelnd und vor allem etwas wollen!

In vergangenen Leben habt ihr sehr wenig gewollt, sondern da habt ihr wollen lassen. Und jetzt habt ihr gelernt, es ist gut, etwas zu wollen. Ihr habt kämpfen gelernt. Ihr habt gelernt, dass der Druck, der von außen auf euch wirkt, nie größer sein kann als die innere feste Überzeugung:
„Wir schaffen es, wir erreichen unser Ziel!“
Es war manches Mal in eurem Leben sehr finster, aber in euch brach nie der Wille, dieser Finsternis euren Trotz entgegenzusetzen.

Ich weiß, dass dies alles euch in den Jahren sehr selbstverständlich erschien.
Hätte man euch darauf angesprochen, hättet ihr gesagt: „Das sind eben die Notwendigkeiten.“
Aber die Wahrheit ist: Ihr hättet jederzeit auch die Alternative gehabt, aufzugeben. Ihr hättet jederzeit die Alternative gehabt, zu sagen: „Die Umstände machen es uns unmöglich.“
Aber dieses Mal habt ihr euch schlicht geweigert, den Funken der inneren Zuversicht erlöschen zu lassen.

Wenn ich darüber rede, dann ist das Teil des Erntedankfestes. Das ist eine große Frucht, die ihr da ernten könnt.
„Wir haben etwas gewollt, wir haben dafür gekämpft, und wir haben es erreicht!“
Und nicht wie in anderen Leben: „Wir haben etwas gewollt, das schien uns unmöglich, wir haben uns abgefunden“.

Ist das eine gute Frucht dieses Mal? Ich hoffe, ja.

F: ja.