Liebe

0759: Teil 10 – Die Entwicklung der Liebe bei Kindern

Elia
Entwicklung der Kinder Teil 10:

Die Entwicklung der Liebe bei Kindern

Liebe ist, Ich und Du in einem Gleichgewicht zu halten,
damit es zu einer gegenseitigen Förderung kommt,
zu einer gegenseitigen Stabilisierung kommt.

 

Es geht dann weiter um die Entwicklung des Menschen, um Erziehung.

Und zwar werden wir jetzt das Thema Liebe erwähnen und alles, was damit zusammenhängt und die Entwicklung aus unserer Sicht zu sehen ist.

Es gibt wohl kaum ein Thema, das die Menschheit so sehr bewegt wie dieses.

Warum es in den Erziehungskomplex gehört, liegt auf der Hand. Natürlich werden die euch anvertrauten jungen Menschen der Liebe begegnen.
Das erste Mal geschieht das, wenn es nicht um Vater und Mutter geht, sondern im Alter von sechs bis sieben Jahren.
Und ihr seht darin schon etwas, das einen bedeutenden Zusammenhang hat, nämlich:
Zuerst einmal muss das Ich entdeckt werden, bevor man sich einem Du öffnen kann.

Und das ist in der Tat, das habe ich euch erklärt, Thema der ersten sechs Lebensjahre.
Zum zweiten Mal begegnet es dem Menschen mit der beginnenden Pubertät und hier hat es zuerst einmal erotische Züge.

Und es geht dann sehr viel mehr darum zu zeigen, wer bin ich , wie wirke ich, wie bringe ich meine Fähigkeiten – und dazu gehört auch, begehrt zu werden, sich begehrt zu machen – in die Umwelt.

Also gehört es zu den vorangegangen Themen.

Liebe als solche, wie ihr sie kennt und wie sie in eurer Kultur beschrieben wird, begegnet euch zum ersten Mal in eurem Leben etwas, wenn ihr mitten in der Pubertät seid, aber schon ein Bild für euch selber entwickelt habt, ein Ich definieren könnt.

Ein Ich, das Konkurrenz erfahren hat, ein Ich, das Verpflichtung erfahren hat, ein Ich, das Begrenzungen erfahren hat und ein Ich, das über sich selbst hinaus gewachsen ist. Ein Ich ist vorhanden.

Nun gibt es Menschen mit sehr wenig Ich, diese bedürfen eines großen Du´s.
Man könnte sagen: Je geringer das Bewusstsein für sich selbst ist, desto größer ist das Verlangen, einem Du zu begegnen.

Und es scheint so zu sein, als hätten jene Menschen, die ein sehr gering klar definiertes Ich besitzen, eine besondere Befähigung, sich zu verlieben, zu lieben.

Achtet bitte auf diesen Zusammenhang, denn der gilt für euch alle aus allen Altersebenen:
Ein Ich klar zu definieren, sich seines Ichs voll bewusst zu sein, hängt zentral mit der Fähigkeit zusammen, einem Du zu begegnen, und zwar liebend zu begegnen.

Es ist keine Liebe, wenn das Du lediglich dazu benutzt wird, ein mangelndes Ich aufzufüllen.

Hierin liegt der Irrtum vieler Menschen: Liebe bedeutet, etwas zu geben, was einem selbst nicht unmittelbar nutzt, um das Ich zu stärken. 

Liebe in dieser Weise ist ein Frage innerer Reife und hier verlassen wir zum ersten Mal den Erziehungsbereich, denn in diesem Fall geht es um die Entwicklung erwachsener Menschen.

Am Anfang werdet ihr sehr verliebt sein, mit 14, 15, 16 ist das Gefühl, die Emotion, verliebt zu sein, enorm hoch. Aber das Ich ist noch sehr wenig klar umrissen, noch sehr diffus. Es definiert sich ja schließlich erst im Nachhinein über die Bereiche, die zu erfahren und zu erleben sind.

Die Emotion ist stark, aber die Liebe ist es noch nicht.

Erst im Laufe vieler Erfahrungen – ich sage nicht vieler Jahre, das ist unterschiedlich – erst im Laufe bewusst gemachter Erfahrungen wird der Mensch die Möglichkeit bekommen, zu einer Form der Liebe zu reifen, in der Ich und Du in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander begegnen können.

Ich sagte euch, dass ein klar definiertes Ich, ein bewusstes Ich wirklich eine Begegnung mit einem Du, eine Verknüpfung mit einem Du aufnehmen kann und dieses Liebe ist.

Ein mangelndes Ich wird sehr viel Du erfordern, um seinen Mangel aufzufüllen. Ein übergroßes Ich wird nur scheinbar lieben können, es wird nur scheinbar einem Du begegnen. In Wahrheit begegnet es jede Begegnung nur, um sein übergroßes Ich zu spiegeln.

Auch hier kommen wir wieder auf die Thematik des Ausgleichs, des Gleichgewichtes.

Liebe ist, Ich und Du in einem Gleichgewicht zu halten, damit es zu einer gegenseitigen Förderung kommt, zu einer gegenseitigen Stabilisierung kommt.

Das ist ein großes Geschenk und basiert auf dem ursprünglichen Gefühl, auf der ursprünglichen Sehnsucht, verbunden zu sein, die ich euch ganz am Anfang meiner Diktate schon mitgeteilt habe.

Ich und Du in einem Gleichgewicht, das ist eine Kunst, die es zu erlernen gilt und sie setzt voraus, das wir ein Ich klar definieren, dass wir es weder überbewerten noch unterbewerten.

Nur so sind wir in der Lage, dem Du respektvoll gegenüber zu treten und aus einem Ich und einem Du eine neue Einheit zu schaffen.

Denn in der Tat entsteht aus der Verbindung zweier Wesen eine neue Einheit, eine energetische Einheit, die ihre eigene Struktur hat, ihr eigenes Muster entwickelt.

Man könnte sagen, in dem Moment, wo sich in ausgeglichener Weise Ich und Du begegnen, wird eine neue Wesenheit geboren, die so einmalig ist wie jedes der beiden einzelnen Wesen an sich ist.

Es ist einmalig im Zusammenspiel seiner Fähigkeiten, im Zusammenspiel seiner Ausrichtung, seiner Wünsche und seiner Vergangenheit und es hat einen einmaligen Wert in der Evolution.

Es ist in der Lage, eine Wirkung nach außen zu bringen, zu wirken auf andere Menschen, die mit diesem neuen Wesen „konfrontiert“ werden. Ein solches Paar wirkt immer auch nach außen hin, so wie jede Einzelne auch nach außen hin wirkt.

Diese Art der Liebe ist ein Ziel, das ich jedem von euch raten möchte zu versuchen zu erreichen.
Es wird nicht jedem von euch gelingen, nicht jedem ist es in karmischer Weise in dieser Inkarnation, die ihr gerade führt, gegeben, dieses zu schaffen, aber allein die Bewusstwerdung, worum es dabei geht und wie dieses Ziel zu erreichen ist, wird euch immens fördern auf dem Weg, den ihr zu gehen habt.

Ich möchte euch sagen, dass die Liebe in dieser Form eine karmische Gegebenheit ist, die sich diejenigen, die es erleben, vorgenommen haben, bevor sie inkarniert wurden. Dieses ist in der Tat dann Schicksal.

Aber selbst wenn dies nicht erreicht wird, ist die Aufgabe, die es beinhaltet, nämlich sich selbst für einen Anderen zu öffnen und so eine neue Einheit zu bilden, die ihre Wirkung hat, ein wirklich wunderbares Unterfangen, etwas, was euch in eurer eigenen seelischen Entwicklung sehr fördert und stützt.

Fast alle Menschen begegnen ein- oder zweimal in ihrem Leben einer solchen Persönlichkeit, mit der sie in dieser Weise vorankommen können in ihrer eigenen Entwicklung.

Und dies ist immer für alle Beteiligten etwas, worin sie involviert werden. Die Geschichte eines solchen Paares hat immer auch eine Breitenwirkung auf alle anderen Menschen, die mit diesem Paar zu tun haben.

Was heute sehr wenig beachtet wird, ist der Umstand, dass Liebe nicht eine Frage des Verliebt seins ist. Verliebt sein ist eine körperliche Frage: Hier geht es darum, Nachkommen zu schaffen.

Ihr seid in eurer körperlichen Struktur, in eurer materiellen Daseinsweise auch heute noch auf jenem Stand, den eure Vorfahren vor 20.000 Jahren hatten, wo es darum ging, gesunde Nachkommen in die Welt zu bringen.

Dies ist Aufgabe eures Körpers und aufgrund hormoneller Strukturen verliebt ihr euch in eine bestimmte Person und empfindet großes Verlangen, euch mit ihr zu vereinigen. Dies hat aber mit jener Liebe, von der ich spreche, wenig zu tun.

Dennoch wird von eurer Gesellschaft heute vermittelt, dass dieses der eigentliche Wert sei und dieses die eigentliche Liebe sei. Und es wird getrauert ohne Ende, wenn die Verliebtheit beendet ist. Und sie ist eines Tages beendet und erschöpft.

Die Wahrheit ist, dass Liebe euch gegeben wird, um dem Anderen zu begegnen, um dem Anderen eine Stütze zu sein in seinem Weg durch die Inkarnation. Und andererseits, um von dem Anderen Unterstützung anzunehmen in eurem Weg durch eure Inkarnation.

Diese kann natürlich eingebunden in die Partnerschaft zwischen Mann und Frau sein, aber das ist nicht zwangsläufig so.

Eine Liebe in dieser Weise kann auch zwischen Lehrer und Schüler da sein oder zwischen einem Chef und seiner Angestellten oder zwischen Kameraden in einem Krieg.

Ich bitte euch, Liebe in diesem Sinn sehr viel weiter zu fassen und einmal jeder für sich zu schauen, wen er noch zu jenen Menschen zählen würde, die er in dieser Weise als liebend bezeichnen würde. Ihr werdet feststellen, dass es sehr viel mehr sein können als lediglich eure Partner.

Natürlich spielt der Partner eine zentrale Rolle dabei, denn er begleitet euch durch den Großteil eures Lebens oder sollte es tun. Wir werden später zu Einschränkungen kommen.

Aber es sind auch Freunde, Geschwister, Lehrer, viele Menschen, die euch begegnen und die euch in eurem So Sein, in eurer Lebendigkeit fördern, sind Menschen, die unter die Rubrik Liebe fallen.

Ich möchte von jenen Ausnahmen sprechen, die auch vorhanden sind in der menschlichen Gesellschaft. Es gibt einige Wenige, die aufgrund ihrer Lebensplanung im Jenseits diesen Bereich für sich ausgeschlossen haben.  Sie werden niemals jemandem begegnen, dem sie in dieser Weise zugetan sind und das etwas damit zu tun, dass sie lernen müssen, was es heißt, allein zu sein.

Dies ist einfach eine von vielen karmischen Aufgaben, die es gilt zu erleben.

Und es gibt Menschen, die zwar die Möglichkeit haben, diese Erfahrung zu erleben, sie aber aufgrund der Entwicklung, die sie im Diesseits genommen haben, für sich ablehnen. Dies ist eine freie Entscheidung: Sie müssen nicht einsam sein, entscheiden sich aber aus eigenem Antrieb dazu.

Ihr seht, dass Liebe nur bedingt karmisch ist, sie ist auch eurem freien Willen unterworfen.

Und ich komme jetzt zu jener Einstellung, dass Liebe stets vergeht. Dieses ist nur dann korrekt, wenn eure Aussage darauf basiert, dass Verliebt sein gleich Liebe ist.

Verliebt sein vergeht, in der Tat. Das hat mit biologischen Prozessen zu tun.

Liebe hingegen wandelt sich. Sie vergeht allerdings nicht, sondern bleibt stabil, selbst dann, wenn sich Ich und Du wieder voneinander lösen.

Das ist die Art von Liebe, die ihr in das Jenseits mitnehmt, völlig unabhängig davon, ob ihr bis zum Ende voneinander in dieser Weise, wie ich es beschrieben habe, profitieren könnt oder nicht.

Ihr seht, es gibt sehr unterschiedliche Möglichkeiten, Liebe zu geben. Wir haben nur ein einziges Wort in der deutschen Sprache für diesen Zustand und das ist nicht ausreichend, um zu definieren, worum es sich handelt.

Trennen wir aber in Eros und Agape, haben wir schon einen neuen Ansatz, der sehr richtig und sehr korrekt ist.

Nun kann sich, was ein Paar angeht, aus dem Eros Agape entwickeln, es kann sich auch aus Agape Eros entwickeln und es kann beides nebeneinander her bestehen.

Es ist eine Kunst, Liebe zu leben. Es ist kein Ereignis, das völlig unbedarft auf euch hereinbricht, sondern es ist etwas, woran ihr arbeiten könnt zu eurem Wohl und zum Wohle desjenigen, dem ihr begegnet.

Sei es eine Liebesbegegnung im Sinne von Paar sein, sei es eine Freundschaft, eine Kameradschaft, ein Schüler-Lehrer-Verhältnis, immer ist es mit Arbeit verbunden, die alle eure Bereiche anspricht.

Sie spricht euren Körper an, sie spricht euren Geist an, sie spricht eure Emotionen an.

In der Begegnung mit dem Du begegnet ihr euch, beides bedingt sich gegenseitig: Sehr viel Du bewirkt ein sehr geringes Ich, ein sehr geringes Ich verlangt nach sehr viel Du.

Angestrebt sollte sein der Ausgleich beider, gleichwertig sein zwischen Ich und Du ist die perfekte Form gelebter Liebe, die zu erreichen für euch eine Aufgabe darstellt, die über viele Generationen geht, die über viele Inkarnationen euch als Aufgabe begleitet.

Ich denke, dieses ist so schwer nachvollziehbarer Stoff, dass wir es für heute dabei belassen, sofern du keine Fragen hast. Wir wollen das so stehen lassen und warten, ob Fragen kommen zu diesem Thema.

Hajo: gut, danke, Elia.