Beltseelen

1125: Zu wissen, wie leicht man sich als medialer Mensch von Belt Seelen täuschen lassen kann, ist sehr wichtig.

Zu wissen,
wie leicht man sich als medialer Mensch
von Belt Seelen täuschen lassen kann, ist sehr wichtig.

Es ist nicht so leicht, sich wirklich ganz und gar der Tatsache zu stellen, in seiner Wahrnehmung getäuscht zu sein, wenn man medial ist.

Genau das ist das Problem, mit dem du jetzt konfrontiert wirst, Hajo.

Angelikas Wahrnehmung ist ein Leben lang angezweifelt worden,
bis sie selbst sagen konnte:
„Das ist meine Medialität.
Ich sehe und erlebe und fühle Dinge,
die können die anderen nicht nachvollziehen“.

Aber sie hat in dem Moment, in dem sie dazu „Ja“ sagen konnte,
„Nein“ zu jedem Zweifel gesagt.

Ihre Wahrnehmung war wahr.

Elia

 

 

Elia: Guten Tag, mein Freund.

Hajo: Guten Tag, Elia.

Elia: Nun wollen wir uns an die Arbeit machen.

Hajo: Genau. Ja.

Elia: Diese Arbeit ist mehr als überfällig.

Hajo: Ja.

Elia: Ich bin recht froh darüber.

Und auch der wahre Guide von ihr ist recht froh darüber.

Hajo: Ja.

Elia: Es ist nicht so leicht, sich wirklich ganz und gar der Tatsache zu stellen, in seiner Wahrnehmung getäuscht zu sein, wenn man medial ist.

Genau das ist das Problem, mit dem du jetzt konfrontiert wirst.

Ihre Wahrnehmung ist ein Leben lang angezweifelt worden, bis sie selbst sagen konnte: „Das ist meine Medialität. Ich sehe und erlebe und fühle Dinge, die können die anderen nicht nachvollziehen“.

Aber sie hat in dem Moment, in dem sie dazu „Ja“ sagen konnte, „Nein“ zu jedem Zweifel gesagt.

Ihre Wahrnehmung war wahr.

Hajo: Ja.

Elia: Und nun, lieber Freund, ist es deine Aufgabe, Angelika zu helfen, zu verstehen, dass es Wesen gibt, die Mediale täuschen.

Dieses Wesen, dieser Mann, ist ihr wohl vertraut.

Und sie fühlt sich an ihn gebunden durch Schuld.

Das ist nicht wahr. Sie ist frei von Schuld.

Wenn einer sein Sein wegwirft, wenn einer, obwohl er in letzter Sekunde von Gott gerufen, dass er zurück ins Leben soll, dennoch geht, wie kann das die Schuld eines anderen sein. Nicht wahr?

Hajo: Ja.

Elia: So einfach. Aber davon weiß sie nichts.

Sie soll mit ihm trauern und sie soll bei ihm bleiben.

Und sie soll, sie soll, sie soll …

Hajo: Das sagt sie?

Elia: Er sagt ihr das.

Hajo: Ah ja.

Elia: Sie ist sozusagen in seiner Beltgefangenschaft mitgefangen wie eine Puppe, die er auf dem Sofa sitzen hat.

Und das war nie ihre Stärke, ihre eigenen Rechte zu sehen, aber die Notwendigkeiten der anderen.

Jetzt braucht sie alle Kraft und allen Mut, um ihre Notwendigkeit über sein Bedürfnis zu stellen.

Sie muss sich jetzt selbst mehr wert sein.

Sie wird ganz sicher ablehnen, dir zu folgen.

Und sie wird ganz sicher sagen: „Das kann ich nicht machen!“

Sie wird ganz sicher sagen: „Ich habe ihn schon einmal im Stich gelassen“.

Dann musst du ihr sagen: Er kann mit dir ins Licht gehen.

Frag ihn, ob er will.

Lass ihm seinen Willen, aber beug dich ihm nicht! Ja?

Hajo: Lass ihm seinen Willen …

Elia: Aber beug dich ihm nicht.

Hajo: Ja.

Elia: Sag ihr: Es ist in Ordnung, wie es war. Sich täuschen lassen, das kann passieren.

Es ist alles in Ordnung. Ja?

Hajo: Ja.

Elia: Gut. Dann ziehe ich mich zurück.

Hajo: Ja, danke, Elia.

 

Hajo: Uta?!

Uta in Trance: Ja.

Hajo: Soll ich dir kurz noch erzählen, worum es geht?

Uta: Ich habe es mitgekriegt, denke ich.

Hajo: Okay.

Uta: Gut, dann bitte ich dich jetzt: nenne mir den Namen.

Hajo: Angelika.

Uta: Geboren?

Hajo: Geboren in Köln.

Uta: Ja. Ich habe eine Frau hier, die ist ein bisschen fülliger.

Sie hat so eine weite dunkle Jacke an und ist barfuß.

Sie hat eine weite Hose an und ist barfuß da.

Und sie hält in den Händen ein Kartenset.

Ich denke, es ist ein Tarotset.

Sie sieht mich gut.

Sie fragt, ob sie mir die Karten legen soll.

Ich sage: Nein, das will ich nicht.

Ich bin in einer Wohnung. Da ist tatsächlich so ein Sofa wie beschrieben.

Es sieht seltsam vollgestopft aus hier, so viel Kram.

Sie hat auch Räucherstäbchen angemacht und da ist eine Zeitschrift …

Sie zeigt auf die Kerzen, aber sie sagt, die kann sie einfach nicht mehr anmachen.

Und sie führt mir das vor: Sie versucht, die mit dem Feuerzeug anzumachen.

Es gibt keine Flamme.

Dann nimmt sie Streichhölzer und es gibt wieder keine Flamme.

Sie sagt, das ist auch einfach viel zu hell hier, das geht hier nicht.

Sie sagt mir: Sie weiß, wo sie ist, das ist schon klar hier. Aber es ist eben so.

Das ist eben so, da kann man ja nichts machen.

Da gehört sie wohl hin.

Versuch mal, jetzt mit ihr zu sprechen, Hajo.

Hajo: Ja!

Uta: Nicht so streng.

Hajo: Nein.

Angelika?

Uta: Ja, sie kennt dich. Sie weiß schon.

Sie weiß schon, du bist der Sprechermann.

Hajo: Ich bin der Sprechermann, ja.

Wieso meinst du, dass du dahin gehörst?

Uta: Sie sagt: Das ist doch ganz normal, dass man denen beisteht, die Hilfe brauchen.

Hajo: Ja, aber doch im Licht und nicht im erdnahen Bereich.

Angelika durch Uta: Ach, das kann sie alles gar nicht mehr hören.

Das glaubt sie auch nicht mehr.

Hajo: Ja. Aber du kannst doch ins Licht gehen – mit ihm.

Angelika: Nee, nee, sie bleibt schon bei ihm.

Das ist ja ganz klar, dass er eine Störung hat.

Also das ist ihr schon ganz klar, dass der eine Störung hat.

Hajo: Du kannst doch mit ihm ins Licht gehen. Das ist doch deine Heimat.

Angelika: Mit der Störung kann der nicht, das geht nicht.

Das ist ganz unmöglich.

Hajo: Warum kann er nicht? Jeder kann ins Licht.

Angelika: Das ist nicht wahr. Der kann nicht.

Der hat so Hemmungen und ist so niedergestimmt.

Da muss man ihm überhaupt erst mal zeigen, dass er auch – trotz allem – doch auch was wert ist.

Und sie will nicht noch einmal was versäumen. Das macht sie nicht nochmal.

Sie will sich nicht nochmal vorwerfen, was sie ihm angetan hat. Nee.

Sie hat schon mal nicht auf ihn aufgepasst. Sie hat ihn einfach nicht ernst genommen. Und jetzt… nee.

Hajo: Angelika, du bist frei von Schuld.

Angelika: Ach ja …

Nee, ich weiß nicht …

Hajo: Es ist doch nicht deine Schuld, wenn er sein Leben wegwirft.

Angelika: Na ja, also, so im Nachhinein: Das hätte sie schon mitkriegen können.

Also… das hat er ihr ja auch gesagt.

Uta: Jetzt fängt sie an, zu weinen.

Hajo: Gott hat gesagt, dass er leben soll. Aber er ist trotzdem gegangen.

Wie kann es dann deine Schuld sein?

Angelika: Woher soll er denn begreifen, wer Gott ist.

Also ich weiß nicht, ob das nicht sowieso Phantasien der Menschen sind.

Hajo: Ah ja.

Aber das Licht hast du schon gesehen, hm?

Angelika: Ja klar.

Hajo: Das ist deine Heimat.

Angelika: Ja.

Hajo: Und das ist auch seine Heimat.

Angelika: Ich kann ja nicht.

Hajo: Doch.

Angelika: Ich kann nur warten, bis er sich bewegt.

Was soll ich denn sonst machen?!

Hajo: Ihr könnt ja beide reingehen.

Was hindert euch daran, ins Licht zu gehen?

Angelika: Ich warte auf ihn.

Hajo: Du brauchst nicht auf ihn zu warten, du kannst ihn einfach mitnehmen.

Angelika: Hm.

Hajo: Wenn du das Licht siehst und mit ihm zum Licht hingehst, dann geht er doch mit dir mit, oder?

Angelika: Ich weiß es nicht.

Hajo: Dann probiere es doch mal aus. Wo siehst du denn das Licht?

Angelika: Da hinten.

Hajo: Ja.

Angelika: Ich kenne das ja auch.

Hajo: Ja, okay.

Angelika: Ich bin, ehrlich gesagt… ich denke, ich kann jetzt auch offen sprechen…

Hajo: Ja, natürlich.

Angelika: Also ehrlich gesagt, bin ich auch wirklich sauer!

Hajo: Ja.

Angelika: Ich verstehe das nicht: Warum, warum hat kein Engel mich gerettet?

Ich verstehe das nicht.

Das soll mir mal jemand beweisen.

Aber wahrscheinlich gibt es ja gar nichts zu beweisen, da ist keiner.

Hajo: Da können wir ja mal sehen, ob aus dem Licht ein Engel kommt.

Wie wäre es denn damit?

Angelika: Ich habe genug Engel gesehen. Und wo sind die geblieben?

Ich hätte auch in meiner Kindheit ein Engel gebraucht.

Und wo war der?

Das soll ich noch glauben?

Hajo: Ja, wenn du ihn siehst, wie sieht es dann aus?

Angelika: Nee, ich habe genug gesehen. Und es ist ja doch nicht wahr.

Hajo: Gehen wir jetzt mal ans Licht?

Angelika: Nicht ohne ihn.

Hajo: Warum nicht?

Angelika: Ich kann das nicht. Ich kann den jetzt hier nicht hängen lassen.

Hajo: Du sollst den ja auch nicht hängen lassen. Du kannst ihn ja mitnehmen.

Darum geht es doch: Ihr gehört doch beide ins Licht.

Das hier ist doch nicht deine Heimat, das ist eine Schattenwelt.

Da kannst du ja noch nicht mal Licht anmachen.

Angelika: Ich hab’s schon versucht.

Hajo: Was hast du versucht?

Angelika: Mit ihm rüberzugehen. Macht er nicht.

Aber ich halte das hier langsam nicht mehr aus.

Ich bin hier so müde.

Hajo: Ja, das ist ja klar.

Frage ihn.

Angelika: Ich habe ihn schon gefragt.

Hajo: Sage ihm jetzt, ich möchte ins…

Angelika: …nee, ich frage den nicht noch mal.

Er hat mir gesagt, er macht’s nicht.

Hajo: Okay.

Angelika: Er scheißt auf den Himmel.

Hajo: Dann lass ihm seinen Willen.

Aber binde dich nicht an ihn und an seine Bedingungen.

Du gehörst ins Licht!

Angelika: Dann lasse ich ihn doch im Stich.

Ich meine, was habe ich in meinem Leben zustande gebracht.

Was kann ich denn vorweisen?

Gar nichts! Außer dass ich sauer bin.

Ich weiß gar nicht, was ich da drüben mache.

Ich glaube, ich raste aus.

Und ich glaube echt, ich raste aus, wenn ich da drüben ankomme. Ich bin so enttäuscht!

Hajo: Warum?

Angelika: Ich verstehe nicht, warum mir keiner geholfen hat.

Warum haben die mich denn so verrecken lassen?!

Hajo: Aber wir wollen dir doch jetzt helfen.

Wir wollen euch beiden helfen, weil: Das ist nicht deine Heimat hier.

Wer soll euch denn abholen?

Wen hättest du denn gern?

Angelika: Das ist mir ganz egal.

Hajo: Das ist dir egal.

Dann schau doch mal ins Licht.

Angelika: Jaaa.

Hajo: Ja, bitte. Schau bitte ins Licht.

Angelika: Habe ich.

Hajo: Und wer ist da?

Angelika: Oh man, ein Engel.

Hajo: Willst du mit ihm sprechen?

Angelika: Weiß ich nicht.

Hajo: Dann geh doch mal hin.

Angelika: Ich möchte ihm lieber eine reinhauen.

Hajo: Ja, geh hin.

Angelika: Nein! Quatsch.

Hajo: Ja doch. Dann frag ihn.

Angelika: Ich weiß nicht, ob ich das kann.

Hajo: Du kannst das und er kann auch.

Angelika: Meine Wut aushalten?

Gehöre ich mit so viel Wut nicht hierher?

Hajo: Nein. Jeder Mensch ist wütend.

Angelika: Es war aber auch so `ne Scheiße!

Hajo: Ja.

Komm, wir gehen jetzt mal ins Licht und gucken, was der Engel sagt. Ja?

Angelika: Andrea und Sabine schicken dich, ne?

Hajo: Ja, ja klar.

Angelika: Sie haben für mich gebetet, ich weiß.

Hajo: Ja.

Angelika: Ich…

Hajo: Er kann mitkommen.

Angelika: …Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich unfair bin.

Hajo: Du bist nicht unfair. Du bist doch nicht schuld.

Du brauchst dich nicht zu entschuldigen.

Und wenn er mitkommen will, dann darf er mitkommen.

Angelika: Ach, das ist…

Hajo: Vielleicht hat er es sich jetzt überlegt.

Vielleicht will er mit dir mitgehen.

Angelika: Nee.

Hajo: Warum nicht? Bist du ihm das nicht wert?

Angelika: Nee.

Hajo: Oh! Und du bist es ihm wert, dass er da in dieser Hölle bleibt.

Angelika: Ach ja? Weißt du, was mir Männer angetan haben schon immer?

Ich habe echt Angst, wenn ich da rüberkomme, dann zerschlage ich alles in meiner Wut.

Hajo: Das darfst du doch auch. Du darfst dich da austoben!

Angelika:  Die Wut ist baumhoch!

Hajo: Ja! Du darfst dich da austoben.

Du darfst alles machen, was du willst. Keiner straft.

Angelika: Ich kann mir nicht vorstellen, dass…

Hajo: Keiner straft dich.

Angelika: …aber da ist doch alles Liebe.

Ich habe jetzt keine Liebe, ich habe nur Wut.

Hajo: Das darfst du auch haben.

Viele Menschen, die sterben und ins Licht gehen, haben Wut, dass sie gestorben sind. Das ist doch normal.

Angelika: Ich bin wütend auf mein ganzes Leben.

Hajo: Ja! Das ist doch normal.

Angelika: Ja?

Hajo: Das kann doch jedem passieren.

Angelika: Das habe ich mal anders gelernt.

Hajo: Ah ja, was du gelernt hast…

Aber das ist nicht Realität, der Himmel ist Realität.

Sprich doch mal mit dem Himmel. Komm!

Angelika: Okay.

 

Hajo: Uta, bitte Reporterstil.

Uta: Das ist schwer. Die war jetzt lange in mir.

Hajo: Ja.

Uta: Hm… sie wühlt in einem Schrank rum, als wäre das jetzt das Wichtigste auf der Welt, die richtigen Klamotten zu finden.

 

Hajo: Angelika, das brauchst du doch nicht.

Angelika: Nee, ne?

Hajo: Nein.

Angelika: So ein bisschen schönmachen?

Hajo: Nein. Du kannst im Himmel machen, was du willst.

Du kannst anziehen, was du willst.

Angelika: Ja, okay, ich weiß. Ich habe einfach Schiss.

Hajo: Du brauchst keinen Schiss zu haben. Da ist keiner, der dich straft.

Angelika: Ja, na gut, ich… ich geh jetzt.

Hajo: Ja. Geh mal zu dem Engel hin.

 

Uta: Sie geht sehr… ach, es ist kaum auszuhalten: Also von der Körperhaltung Kopf nach unten und…

Ein Kätzchen kommt ihr entgegen. Das lenkt sie ab.

Da beugt sie sich runter: „Bist du süß.“

Jetzt kommt der Engel näher.

Er gibt ihr zwei Boxhandschuhe und lächelt sie an.

Sie staunt.

Ich glaube, die hat sich in ihm getäuscht oder hatte einen Täuscherengel.

Denn sie betrachtet sein Gesicht, tastet es ab und sie spürt, dass er ihr Engel ist.

Und sie hatte einen anderen: Sie hatte einen anderen Engel gehabt.

Hajo: Einen Belt Engel, oder?

Uta: Ja.

Hajo: Das hat Elia auch gesagt.

Uta: Der Engel streichelt sie ganz liebevoll und lächelt und hält ihr nochmal die Boxhandschuhe hin: Ob sie die jetzt haben will.

Nicht wirklich.

Sie sieht eine Brücke aus Licht und dahinter ist eine Stadt.

Und sie trägt so einen schweren, ganz schweren Rucksack.

Den nimmt der Engel ihr ab und schmeißt ihn einfach in den Fluss unter der Brücke.

Und sie lacht endlich.

Sie dreht sich nochmal um, ruft „Tschüssi“ und macht so Handküsschen.

Die sind für Andrea und Sabine.

„Tschüssi, ihr Lieben, Tschüssi, ihr Süßen.“

Und jetzt geht sie.

Jetzt ist sie durch.

Hajo: Okay, das war es.

Komm zurück, Uta.